Ausgewählter Beitrag

Nachlass

Ein Tagebuch ist etwas zutiefst Persönliches.

Und wenn man ein Fremdes in Händen hält, ist es eine ebenso persönliche Gewissensfrage, ob man wirklich erfahren möchte, was darin steht. Es gibt mitunter Dinge, die man vielleicht lieber nicht gewusst hätte.
Und Wissen kann man nicht zurückgeben, das ist das einzig Tragische daran.

Ich habe wie geplant meine Tagebücher (die, die ich nicht weggeworfen oder gelöscht habe, weil sie irgendwann zu belastend für mich selber wurden) Korrektur gelesen, mit einigen wenigen fehlenden Bildern versehen und in vernünftige Buchform gebracht.

Im Moment kommen sie alle nach und nach aus der Druckerei und wandern in meine Nachlasskisten.
Dort finden sich für jedes Kind einzigartige Erinnerungsstücke, Mutterpässe, Briefe, die ich seit Jahren schreibe und nun eben auch meine gedruckten und nach Jahren sortierten Tagebücher.

Ich versuche so zu leben, dass ich meine Kinder jeden Tag mit Geschichten aus ihrem und meinem Früher und mit bleibenden Erlebnis-Erinnerungen versorge, aber vielleicht ist es irgendwann gut, wenn man etwas zum Anfassen hat, an dem man sich auch mal festhalten kann.
Oder es ungelesen verbrennt.
Aber das liegt dann nicht mehr in meinen Händen.

Jadekompendium 14.01.2020, 18.00

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Tina

Das ist so so so großartig! Diese Kisten.... ich will sowas auch für meine Kinder... und habe doch noch nicht ein einziges Fotoalbum geschafft... :-(

Du bist so großartig bei diesen Dingen. Diese ganze Familienorganisation... Ich knie da schon seit Jahren vor Dir nieder...

Auch was das ganze mit Testamenten usw. angeht. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll.... (Schreibst Du einen Ratgeber? ;-D )

Ach *seufz*

vom 16.01.2020, 09.55
Antwort von Jadekompendium:

Fotoalben habe ich auch nicht. Obwohl das ja eigentlich der Klassiker ist. Vielleicht später noch mal für jeden eines aus den ersten beiden Jahren, aber nicht mehr.


Das Tragische an diesem Leben ist nur, dass es auf einer wahren Geschichte beruht.
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