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Erschöpft

Ich brauche mehr Zeit.
Ich fühle, wie alles in mir heilen will, sich dem stellen will, was mich die letzten Monate zerrissen hat, aber ich brauche dafür Zeit in meiner Einsamkeit.
Es ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, hier wirklich alleine zu sein.
Aber alles in mir drängt danach, im Schutz meiner Mauern loszulassen, abzugeben, mich fließen zu lassen.
Ich darf nicht.

Das enge Zeitfenster von einigen Stunden am Morgen wird durch den Alltag boykottiert, schrumpft auf einen Bruchteil dessen, was ich benötige, um überhaupt funktionieren zu können. An Tagen, an denen Kinder später das Haus verlassen, früher nach Hause kommen, frei haben, ist es kaum möglich, mich rechtzeitig wieder einzusammeln, also bleibe ich im Alltagsmodus, sehnsüchtig an ein Quäntchen weniger Disziplin im Gehirn denkend.
Ich schaffe nicht viel.
Ich bin damit beschäftigt, mich zusammenzuhalten.
Dem Drang zu widerstehen, alles kurz und klein zu schlagen, zu wüten, mein Leben einfach hinter mir zu lassen und aufzubrechen.
Irgendwohin, wo mich niemand kennt, mir niemand wehtun kann, ich niemanden liebe, nicht in dieser verdammten Verletzlichkeit bleiben, sondern einfach nur noch existieren muss.

Jadekompendium 24.01.2023, 12.00

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Das Tragische an diesem Leben ist nur, dass es auf einer wahren Geschichte beruht.


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