Ausgewählter Beitrag

Schulbesuch, Corona-Edition

Als der kleine Sohn gestern über den Hausaufgaben saß, lief ihm die Nase.

Kein Schnupfen, kein Husten, keine gelbe oder grüne Verfärbung, kein gar nichts, aber ihm lief halt die Nase.
In den Merkblättern der verschiedenen Schulen ist das ein Ausschlusskriterium für den Schulbesuch, bis sich "ein klareres Bild" ergibt. 

Also blieb der Sohn heute zuhause, wir meldeten eine "laufende Nase" an die Schule mit einem Direktor, der sehr klar äußert, sich von der Politik völlig alleingelassen zu fühlen und haben nun die Anweisung, ihn 24 Stunden zu beobachten und wenn dann weder Symptomveränderungen oder neue Symptome oder Fieber hinzukommen, geht er wieder hin.
Als Dauer-HNO-Patient aufgrund seiner Hörschädigung und einiger Probleme in diesem Bereich, die durchaus Symptomen wie Erkältungen ähneln können, sehe ich unruhigen Zeiten entgegen.
Denn weder bringe ich das Kind nun bei jedem Schnott-Tropfen zum Arzt noch vermute ich gleich eine Infektion dahinter, aber im Sinne eines funktionierenden gesellschaftlichen Gesamtschutzes muss er sicherheitshalber zuhause bleiben.
Und wenn es nur die 24 Stunden zur weiteren Beobachtung sind.

Aber was ist, wenn er tatsächlich eine Infektion hat und die sich dann auch tatsächlich nur in einer laufenden Nase äußert?
Dann schicke ich ihn nach 24 Stunden trotzdem zur Schule, denn die Kriterien sind ja: Wenn es nicht schlimmer wird, Husten oder Fieber dazukommt, ist das Kind schulfähig und verpflichtet, wieder die Schule zu besuchen.
Im asymptomatischen Krankheitsverlauf haben wir dann ein krankes Kind in die Schule geschickt, das alle anderen anstecken könnte.

Was ist die Alternative?
Jedes Mal einen Test zu machen?
Wir verlassen das Haus nur zum Einkaufen, für Arzttermine und Arbeit, halten Abstand, treffen niemanden, tragen Mundnasenbedeckung.
Das steht in keinem Verhältnis zu irgendetwas.
Andererseits haben wir viele Kinder in vielen unterschiedlichen Schulen, die jeden Tag Kontakt mit insgesamt hunderten anderer Menschen haben. 

Ist das das "Restrisiko"?

Ich bin etwas ratlos.

Jadekompendium 19.08.2020, 12.00

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von abraxa

Ich verstehe dich so gut! Hier kommt erschwerend noch hinzu, dass das Kind die Sachen viel besser lernt, wenn ich die Abends mit ihm durchgehe, dazu brauche ich aber alles hier, und die meisten Lehrer laden ja nichts mehr hoch, solange keiner fehlt. Das bedeutet, wir sitzen da und das Kind hat Dinge in der Schule gemacht und kann sich nicht erinnern was... Ich hätte gerne dauerhaftes Homeschooling für das große Kind :D

vom 19.08.2020, 15.21


Das Tragische an diesem Leben ist nur, dass es auf einer wahren Geschichte beruht.
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