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Zersetzung

Als ich so darüber nachdachte, wie ich die momentane Familiensituation hier beschreiben würde, waren meine ersten Gedanken: Es ist weder gut noch schön, aber es läuft einigermaßen. Und noch vor einem Jahr wäre alles in mir auf die Barrikaden gegangen, dass das kein Maßstab für ein Zusammenleben im Schutzraum Familie sein dürfte, aber ich bin müde geworden. Habe mich müde gekämpft. So viele Illusionen verloren. Gemeinsam mit dem Mann so viele Gespräche geführt, so viele Tränen geweint, so viel Reue empfunden. Wir bemühen uns. Womit wir nicht gerechnet haben: Dass wir unsere Kinder schützen müssen. Vor Lügen. Vor Manipulation. Vor Übergriffen. Vor Gewalt. Wir sind müde. Wir gehen zu einer Familientherapeutin, wir versuchen, unsere Kinder stark zu machen, wir versuchen, sie zu schützen, uns zu schützen vor dieser Situation, die uns mehr abverlangt als wir geben können. Wir versuchen nur noch zu überleben. Und das ist etwas, wo ich nie wieder hinwollte. Der Mann und ich haben so viele Jahre in den Aufbau eines sicheren Rückzugortes investiert und müssen nun zusehen, wie er langsam vergiftet wird.

Jadekompendium 02.01.2017, 12.00

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Das Tragische an diesem Leben ist nur, dass es auf einer wahren Geschichte beruht.

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